Expertise - Archiv

Artikel und Themen 2021


Die Güterströme folgen den Trends – Die Transportrisiken ändern sich


Die permanent sich weiterentwickelnde internationale Arbeitsteiligkeit der Wirtschaft im Verbund mit der Liberalisierung der Rahmenbedingungen für den transnationalen und den regionalen Handel führt zu einem ständig wachsenden Gütervolumen. Dies zeigt sich eindeutig in den nationalen sowie europäischen Daten des Güterverkehrs, spiegelt sich aber auch und weit eindrucksvoller in den Statistiken des globalen Güteraustausches wieder, siehe Anhang Chart 17. Den Quellen der WTO/OECD ist zu entnehmen, dass beispielsweise das weltweite Handelsvolumen – gemessen an den Exporten – in den 90er Jahren um den Faktor 8 höher war als 1960, aber im Gegensatz dazu die weltweite Produktionsleistung – gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt der Länder – im gleichen Zeitraum nur um den Faktor 3 gestiegen ist. Im Vergleich zum wirtschaftlichen Wachstum und Konsum steigt das Handelsvolumen also überproportional an, somit entsprechend auch die Vielzahl der Transportbewegungen. Dennoch vollzieht sich diese Entwicklung relativ stetig, wenn man von ein paar konjunkturellen Einbrüchen absieht.
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Das Umfeld der Logistik – Globale und regionale Veränderungen in Industrie und Handel


Die Welt zeigt sich globalisiert, sie schrumpft zusammen unter Aufhebung bisheriger traditioneller Grenzen von Zeit und Raum. Es liegt auf der Hand, dass gerade die Logistik, die in ihrem Pflichtenheft an vorderster Stelle die optimale Zeit- und Raumüberwindung markiert, in diese Entwicklung nahezu hineingesogen wird. Der Schlüssel und Motor aus logistischer Sicht sind die Innovationen im Bereich der Mikroelektronik, der Telekommunikation sowie der hochentwickelten Techniken und Methoden zur Gewinnung, Übertragung, Speicherung und Weiterverarbeitung von Informationen. Sie bewirken eine nicht mehr aufhaltbare Eigendynamik – die Informationsrevolution, die im wesentlichen auf drei Eckpfeilern beruht.

  • An erster Stelle zu nennen ist die Verfügbarkeit und ständige Weiterentwicklung zunehmend leistungsfähigerer Rechner, mit der in früher ungeahnter Zuverlässigkeit immer grössere Mengen von Daten unter verhältnismässig geringem Zeitaufwand verarbeitet werden können.
     
  • Eine ebenso entscheidende Rolle in dieser Phase der Informationsrevolution spielt der stets schneller werdende Ausbau der internationalen Kommunikationsnetze. Sie ermöglichen einen zeitlich wie räumlich nahezu ungehinderten Austausch von Informationen. Zwischenzeitlich ist die Welt mit einem dichten Kommunikationsnetz überspannt, das fast jeden Punkt dieser Erde in oft nur Bruchteilen von Sekunden erreichbar werden lässt.
     
  • Der dritte Eckpfeiler dieser globalisierten Informationsgesellschaft liegt in der immer umfangreicher werdenden Bereitstellung satellitengestützter Breitbandkanäle, die es ermöglichen, riesige Datenpakete, Bild und Ton an nahezu jeden Ort der Welt zu übertragen. In der Welt der Kommunikation geht die Sonne nicht mehr unter, die Ereignisse finden in Echtzeit statt, der Tag in den globalen logistischen Netzwerken hat endgültig 24 Stunden.

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Supply Chain Management: Aufwärtstrend bei der Digitalisierung


Die Absicherung von effizienten Lieferketten durch Digitalisierungsmassnahmen gehört nicht zuletzt wegen der Pandemie zu den aktuellen Herausforderungen des Supply Chain Managements.
In der neuen Studie „Trendreport für das Supply Chain Management 2021 – SCM digital denken: Krisensicher dank beschleunigter Digitalisierung?“ von Inform wird untersucht, ob die Pandemie sich als Katalysator positiv auf Digitalisierungsprojekte in der Wirtschaft ausgewirkt hat. Ist die Digitalisierung im Supply Chain Management tatsächlich vorangeschritten? Mit welchen Digitalisierungsmassnahmen befassen sich die Teilnehmenden in der Praxis? Die Studie vermittelt ausserdem ein Stimmungsbild zu aktuellen Hindernissen solcher Projekte. Zudem gibt sie einen Überblick darüber, welchen Technologien sich die Verantwortlichen in SCM und Logistik sich konkret zuwenden.

„Neben allgemeinen Kostensenkungen treibt ein gesteigertes Bedürfnis nach Krisenfestigkeit und Resilienz Digitalisierungsvorhaben voran. Das ist gut, so lange damit auch die Bereitschaft einhergeht, Geschäftsmodelle und Prozesse neu zu überdenken, anstatt nur Althergebrachtes absichern zu wollen. Können die Unternehmen aus ihren Daten wirklich Mehrwert schöpfen und sich daran anpassen? Das wird entscheidend sein“, erläutert Stefan Witwicki, Bereichsleiter Inventory & Supply Chain bei Inform.
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Logistik – Ein Überblick zur Entwicklung


"Die Entwicklungen in der Logistik- und Transportwirtschaft der letzten zehn Jahre sind so komplex geworden, dass es für die Unternehmen in dieser Industrie jederzeit einer permanenten Aktualisierung ihrer Strategie bedarf, um auf diesen Märkten erfolgreich zu agieren."

Mit diesen Worten eröffnete im vergangenen Herbst ein Präsidiumsmitglied des Deutschen Verkehrsforums die Präsentation zur jüngsten Delphi-Studie "Der Transportmarkt im Wandel" (Wagener & Herbst, Management Consultants GmbH, Potsdam und Technische Universität, Dresden, Lehrstuhl für BWL, Logistik im Auftrag Deutsches Verkehrsforum). Dieses Credo liesse sich bedenkenlos auch auf die Ergebnisse anderer Studien anwenden, die sich den Trends in der Logistik widmen. Traditionell führt der Bereich Logistik der Technischen Universität Berlin (TU Berlin) gemeinsam mit der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) in regelmässigen Abständen Untersuchungen durch, in denen die Entwicklung der Logistik dokumentiert und analysiert wird. Auffällig ist, dass zwischenzeitlich auch etliche andere Institute und Institutionen sich dieses Themas annehmen und mit dazu beitragen, den Wandel in unserer Logistik- und Transportwirtschaft transparent zu machen. Dies erscheint lohnenswert nicht nur für die beteiligten Logistikunternehmen, sondern in gleicher Weise auch für die Transportversicherung. Denn dieser beständige Wandel verändert auch unsere klassischen Transportrisiken, wenngleich nicht abrupt, so doch unausweichlich und ebenso permanent wie nachhaltig.

Um diese Zusammenhänge transparent zu machen, ist es zunächst erforderlich, sich einen Überblick zur Entwicklung der Logistik zu verschaffen.
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