Expertise - Archiv
Artikel und Themen 2022
- Nachhaltigkeit in der Logistik – ein Weg mit Green-Logistik; aber wie muss diese aussehen?
- Brennpunkt Supply Chain: Neubeurteilung der Logistik notwendig
- Die Zukunft in der Logistik - zentrale Thesen
- IT-Kompetenz und hohe Mitarbeiterfähigkeiten bringen Effizienz in der Logistik
- Digitalisierung klassisch (Technologie und Mensch), seit frühen Jahren in der Logistik
- Die Veränderungen setzen sich fort – Die logistischen Dienstleister im Spannungsfeld zwischen Wettbewerb und Leistungsvielfalt
Nachhaltigkeit in der Logistik – ein Weg mit Green-Logistik; aber wie muss diese aussehen?
Das Thema gewinnt nach und nach im Management an Bedeutung und steht oben auf der Agenda. Obwohl, gemäss Studien, heute nicht einmal ein Drittel der Unternehmen der Wirtschaft, bei der Auswahl des passenden Logistikdienstleisters, auf Nachhaltigkeit achten. Die wachsende Bedeutung, in Verbindung mit der hohen Ressourcenintensität, erfordern nachhaltige Dienstleistungs-Innovationen.
Wie muss also eine nachhaltige Logistik aussehen? Und wieviel darf eine grüne Lieferkette kosten?
Potenzial für eine umweltfreundliche Logistik findet sich an vielen Punkten eines digitalen Logistiknetzwerks. Bei Nachhaltigkeit durch die Green-Logistik steht beim Logistiker ein rundum energieeffizientes Lagermanagement am Anfang. Die Logistikfunktionen Transport, Lagerung und Verpackung müssen auf die ökologischen Zielen der Nachhaltigkeit wie Ressourceneffizienz und Umweltverträglichkeit ausgerichtet werden und idealerweise durchgängig digital sein. Die Aufgabe besteht darin, die richtige Menge der richtigen Ware am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Qualität zu den richtigen Kosten unter möglichst geringem Ressourcenverbrauch und möglichst geringen Emissionen zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen des nachhaltigen Transport-Managements sollten hierbei Transporte vermieden oder vermindert werden, oder es wird die Transport-Schädlichkeit vermindert und es passieren keine Leerfahrten. Das nachhaltige Verpackungsmanagement versucht, die Funktion der Nachhaltigkeit mit den bestehenden Verpackungsfunktionen in Einklang zu bringen durch Weglassen von Verpackungen, Verminderung von Menge und Schädlichkeit von Verpackungsmaterial, durch Mehrwegverpackungssysteme und durch das Recycling von Verpackungsmaterial.
Wenn nun auch die Kunden der Logistikanbieter zu diesem Green-Kreislauf bereit sind und wenn beidseitig die Kostenstrukturen transparent, überschau- und annehmbar sind, so bewegen sich die Logistiker und deren Kunden langsam in Richtung Klimaneutralität.
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Brennpunkt Supply Chain: Neubeurteilung der Logistik notwendig
Logistik ist in aller Munde: Für viele wurde ihre Bedeutung erst recht während der Pandemie offensichtlich, als Lieferketten unterbrochen wurden. Die Bedeutung der Logistik wird noch zunehmen. Die Digitalisierung wird auch diese Prozesse beschleunigen.
Herr Köpfli, wie hat sich die Logistikbranche in den letzten drei Jahrzehnten verändert?
Patrick Köpfli: Dreissig Jahre sind eine sehr lange Zeit. Damals, beim Start 1992 durch meinen Vater Stephan Köpfli, da gab es praktisch noch kein Internet, nur wenig Mobiltelefone, und die Logistik lief unbemerkt ab, fast nur im Hintergrund der Wirtschaft. Persönlich führe ich das Unternehmen nun seit 15 Jahren. Was wir sehen ist ein rasanter Wandel, der die Branche geprägt hat und es immer noch tut. Der Wandel bedurfte für die Logistiker stets eine Anpassung ihrer Strategie, damit sie für die Kundenbedürfnisse bereit waren. Diese Weiterentwicklung mit Globalisierung, Digitalisierung und Erweiterung der Wertschöpfungsketten führt uns heute wieder zu lokalen Leistungsschwerpunkten, vor allem für umfassende, individuelle Logistiklösungen. Dies umfasst alles von Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung über Komponentenmontage, Verpacken bis zur Versand-Bereitstellung und der Organisation und Disposition der Transporte. Wir nennen das Logistik 360-Grad – heute meist integriert in zertifizierte und individualisierte Kundenprozesse.
Herr Köpfli, welche Veränderungen wogen besonders schwer, gerade für einen kleinen Logistik-Dienstleister wie Prologist AG?
Patrick Köpfli: Für uns als Kleinstunternehmen sind die Kunden mit ihren Bedürfnissen eine enorme Herausforderung, aber eben auch wirklich eine grosse Chance. Sitzen doch sie wie wir im gleichen Boot und sind in Wirtschaft und Politik, mit all ihren Herausforderungen, quasi eingebettet. Die Zeiten waren nicht immer einfach. Grosse Auftragsschwankungen, laufend steigende Kosten, die Vorinvestitionen in unsere Lagerinfrastrukturen, Auf und Abs in Markt- und Währungssituationen und auch Handelskriege – alles Verwerfungen und wir mitten drin. Wirklich schwerwiegend und entscheidend war und ist immer mehr die Digitalisierung. Für uns ist es kein neuer Trend. Wir pflegen dieses Thema quasi schleichend seit nun eben dreissig Jahren.
Die Logistikprozesse besonders die Informationen darüber, sind für den Kunden von jeher von grosser Bedeutung. Diese Daten, zu nutzbaren Informationen aufbereitet, erleichtern unseren Kunden das Managen ihrer Logistik. Dies sicherzustellen ist für uns eine Pflicht. Früher genügten monatliche Reports aus dem Lagerverwaltungssystem, dann wurden sie wöchentlich und später täglich verlangt und genutzt. Entwicklung, Ansprüche, die technologische Machbarkeit und schliesslich der Nutzen, diese Informationen im Sekundentakt abrufen zu können, brachten uns zum heutigen Stand der Digitalisierung. Und das geht weiter so. Aber unsere Mitarbeitenden braucht es zum Glück immer noch. Denn nur mit einem individuellen, persönlichen Engagement, um allenfalls technische Schnittstellen im Prozess zu überbrücken, gelingt eine «Logistikdigitalisierung 360-Grad».
Wie geht Ihr Unternehmen derzeit mit unterbrochenen Lieferketten um?
Generell ist nicht von einer Entspannung auszugehen, eher von einer weiteren Verschärfung der aktuellen Situation. Rohstoff-, Energie- und Transportkosten entlang unserer Logistik Wertschöpfungskette sind massiv gestiegen. Und da sind noch die unterbrochenen Lieferketten und die noch nicht abgeklungene Pandemie – und schon sind die Auswirkungen des Krieges und internationale Spannungen unsere neue Herausforderung. Aktives, schnelles Antizipieren und vorsichtige Planung in Investitionen und – sehr wichtig – eine intensive Kommunikation mit unseren Kunden, sind unsere Schwerpunkte, um diese schwierigen Zeiten zu meistern.
Welche Unterstützung kann Prologist Kunden für mehr Stabilität in ihrer Logistik bieten?
Die Logistik steht mehr denn je im Brennpunkt von Supply Chain. Es sind nicht nur Produkte, die aufgrund von Lieferengpässen nicht mehr hergestellt werden können, auch die Wartung und Reparatur von Maschinen und Fahrzeugen ist eingeschränkt. Eine Neubeurteilung der Logistik ist deshalb notwendig und sie zeigt, dass ein Teil der Risiken wie Engpässe, Verwerfungen in Transportketten oder gar Fabrikations-Unterbrüche mit verbesserter Planung für Lager- und Warenmanagement, grösserer Lagerbestände und flexibleren, individuellen Logistik-Services ein wenig ausgeglichen werden kann. Mit diesen Zusatzleistungen unterstützen wir bisherige und neue Kunden eben auch in diesen Zeiten.
Herr Köpfli, was sind Ihre Tipps an Logistik-Kunden? Worauf müssen diese derzeit besonders achten?
Aus Sicht der Logistik erweitert beispielsweise die Digitalisierung die Produktpalette und fügt neue Funktionen hinzu. Darauf sollten unsere Kunden achten. Stand früher das physische Produkt im Fokus, steigt der Dienstleistungsanteil am Produkt mit generellen Produkte-Services und den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung. Traditionelle Produktionsunternehmen müssen sich diesen Veränderungen anpassen, um eben wiederum ihre Kunden zu begeistern und ihre Marktposition zu sichern. Wir von der Logistik können da mit spezifischen Services diese Kundenherausforderung proaktiv angehen und so deren Logistikprozesse besser und schneller einbinden.
Wie sieht denn die Zukunft der Logistik aus?
In Logistik und Supply Chain greifen bis in wohl zwanzig Jahren unterschiedliche Faktoren. Bestimmte Standards werden etabliert bleiben und einige neue Themen werden sich durchsetzen. Auch dann dominieren Standard-Seecontainer und Europaletten weiter die physische Logistik. Ebenso wird Papier und Karton sowie Plastik weiterhin eingesetzt. Zunehmen wird wohl ein orchestrierter Datenaustausch, um Prognosefähigkeiten und autonome Entscheidungen entlang der gesamten Supply Chain zu ermöglichen und damit Vorteile für alle Akteure zu erzielen. Kunden werden verstärkt eine Grüne Logistik einfordern und verlangen. Nachhaltigkeit wird zum kritischen Erfolgsfaktor für Unternehmen werden – die Rückführungslogistik steht ja schon heute im Fokus.
Was sind die unternehmerischen Ziele von Prologist AG für die folgenden Monate und Jahre?
Wir streben danach, massgeschneidert unseren Kunden den bestmöglichen, individuellen Service für Logistik und Technik zu bieten. Das heisst denn auch, eine stabile und sichere Logistikbasis mit allen Funktionalitäten, auch durch schwierige Zeiten hindurch, sicherzustellen. Diese Sicherheit und die Verlässlichkeit sind Qualitäten, die unsere Kunden sehr schätzen. Wir sind dann so eine Art «zuverlässiger Puffer» für ihre Wertschöpfungsketten. Das sind unsere täglichen Ziele und es ist uns wichtig, einen Mehrwert direkt in unsere LogistikServices zu integrieren. Dies umfasst auch den nahtlosen Transfer in die Digitalisierung, in alle Teilprozesse unserer Infrastrukturen und, wo immer möglich, in die Kundenprojekte.
> zum ganzen Interview: organisator.ch
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Die Zukunft in der Logistik - zentrale Thesen
In der Logistik und Supply Chain greifen bis in zwanzig Jahren unterschiedliche mittel- und langfristige Faktoren. Bestimmte Standards in der Logistik werden etabliert bleiben, einige neue Themen werden sich durchsetzen:
- Auch in zwanzig Jahren dominieren Standard-Seecontainer und -Europalette weiter die physische Logistik. Ebenso (auch wenn in verringertem Umfang) wird Papier und Karton sowie Plastik weiterhin eingesetzt.
- Experten sind sich einig, dass eine Produktion auf Schiffen oder Zügen eher unwahrscheinlich sein wird. Ebenso wird in 2040 die Produktion unter Wasser oder im Weltall noch nicht gegeben sein.
- Umwelteinflüsse, Politik und Unruhen unterschiedlicher Art stellen gewaltige Herausforderungen an das Gestalten und den Betrieb von Supply Chains.
- Der orchestrierte Datenaustausch steigt, um Prognosefähigkeiten und autonome Entscheidungen, entlang der Supply Chain, zu ermöglichen und damit Vorteile für alle Akteure zu erzielen.

- Der Einsatz von neuen Technologien wird das klassische physische Produkt intelligenter machen und auf dieser Basis neue zugehörige Services ermöglichen. Dies verändert die Wettbewerbsposition von Produzenten und Service-Anbietern.
- Mit den Möglichkeiten von Datenaustausch über Plattformen und dem Einsatz von Technologien können Supply Chains einerseits flexibler und andererseits widerstandsfähiger organisiert und genutzt werden.
- Die Kunden werden in Zukunft verstärkt eine Grüne Logistik einfordern, verlangen. Nachhaltigkeit wird zum kritischen Erfolgsfaktor für Unternehmen werden – das Thema Rückführungslogistik steht hierbei schon heute im Fokus.
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IT-Kompetenz und hohe Mitarbeiterfähigkeiten bringen Effizienz in der Logistik
Just-in-time-Lieferungen und kleinteilige Bestellungen – die Kundenbedürfnisse steigen und damit auch die Belastung für die Lagermitarbeiter. Immer mehr Kundenaufträge müssen in möglichst kurzer Zeit kommissioniert und versendet werden.

Damit die Arbeitskräfte das Auftragsvolumen bewältigen können, ist die intuitive und ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze eine wichtige Voraussetzung. Höchste Zeit, dem Arbeitsumfeld des Menschen in der Logistik mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Die Leistungsfähigkeit einer Logistikanlage wird durch das Zusammenspiel von Mensch, Software und Technik definiert. Die Arbeitsplätze der Logistikmitarbeiter sollten genauso sorgsam geplant werden wie der Materialfluss. In Zeiten von zunehmendem Fachkräftemangel ist es nicht mehr nur eine Frage von sozialer Verantwortung, für gute Arbeitsbedingungen zu sorgen, sondern es ist auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Erst eine hohe IT-Kompetenz und eine hohe Fach- und Arbeitskompetenz der Menschen im Betrieb bringen dem Kunden die Qualität an Logistik mit einer individuelle Lösung, die optimal zu seinen spezifischen Anforderungen passt.
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Digitalisierung klassisch (Technologie und Mensch), seit frühen Jahren in der Logistik
Digitalisierung - kein wirklich neuer Trend in der Logistik, oder doch?
Im Kontext "Service nach Mass" sind neben den Kernprozessen "Logistik", besonders die Informationen darüber für den Kunden von jeher von grosser Bedeutung. Transaktionsdaten, spezifische Warenbewegungen, eine gewisse Anzahl an Positionen und Artikel, mehrere Zugriffe auf verschiedene Lagerplätze, Lagerbestände in unterschiedlichen Ausprägungen und so weiter.
All diese Daten, für den Kunden zu nutzbaren Informationen aufbereitet, erleichtern ihm das Managen seiner Logistik. Und, von Beginn an liefert ein Lagerverwaltungs- wie auch Self-Invoicing-Systeme – diese Basisdaten. Nur, die Welt, die Zeit und der Informationsbedarf sind schneller geworden. Monatliche Reports genügen, dann wurden sie wöchentlich und später täglich verlangt und genutzt. Entwicklung, Ansprüche, die technologische Machbarkeit und schlussendlich der Nutzen, diese Informationen im Sekundentakt abrufen zu können, brachten uns zur heutigen Digitalisierung. Aber, den Menschen braucht es nach wie vor. Denn nur nur mit individuellem, persönlichen Engagement, um allenfalls technischen Schnittstellen im Prozess zu überbrücken, gelingt eine "Digitalisierung 360-Grad", ist aber in diesem Sinne kein neuer Trend in den Logistikprozessen.

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Die Veränderungen setzen sich fort – Die logistischen Dienstleister im Spannungsfeld zwischen Wettbewerb und Leistungsvielfalt
Die gewerblichen Güterverkehrsunternehmen in unserem Markt befinden sich unverändert in einer anhaltend schwierigen Marktlage. Im Zuge der Liberalisierung der Verkehrsmärkte in der EU mit weiterhin bestehenden Rückständen bei der Harmonisierung der Wettbewerbsbedingungen muss das Gewerbe sinkende Frachten und steigende Kosten verkraften. Die angespannte Ertragssituation drückt auch auf die Leistungsstandards. Die Ökosteuer, die Strassenbenutzungsgebühr für LKW bringen keine Entlastung und die Osterweiterung der EU wirft bereits ihre Schatten voraus. Der Marktanteil deutscher Unternehmen am gesamten grenzüberschreitenden Strassenverkehr sinkt weiter (rund 25 % in der EU, rund 10 % in den MOE- und Ostmärkten). Gemäss der Mittelfristprognose der Prognos AG wird den ausländischen LKW in den kommenden Jahren auf dem hiesigen Strassennetz ein deutlich höheres Wachstum vorausgesagt als den deutschen LKW. Die Entwicklung der Kabotageverkehre wird diesen Trend noch verstärken. Die angespannte Lage drückt sich aus in einer überdurchschnittlichen Zunahme der Insolvenzen in unserem hiesigen Verkehrsgewerbe und in einem nahezu stürmischen Konsolidierungsprozess, der gekennzeichnet ist durch eine hohe Anzahl von Unternehmensübernahmen und –zusammenschlüssen oder ähnlich gelagerten horizontalen wie auch vertikalen Kooperationen in der europäischen Logistikbranche.
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